Bildungslandschaft Altstadt-Nord nimmt Gestalt an

Bildungslandschaft Altstadt-Nord nimmt Gestalt an

Kosten- und Terminplanung für das Projekt werden fortgeschrieben 

Im Baufeld A des großen Projektes Bildungslandschaft Altstadt-Nord (BAN) mit dem Neubau für insgesamt vier Schulen, eine Kindertagesstätte und Nebengebäude sind die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen: der erste Beton für die unterirdischen Fundamente der Brunnengründung ist gegossen, so dass nun auch die Rohbauarbeiten im Erweiterungsbau des Hansa-Gymnasiums sichtbar werden. Im zentralen Baufeld B für die Freinet-Grundschule, ein Studienhaus, Kindertagesstätte, Realschule und Mensa- und Ateliergebäude laufen die Ausbauarbeiten und die Außenanlagen wachsen. Die Planungen für das dritte Baufeld C, die Generalinstandsetzung des Abendgymnasiums schreiten ebenso voran. Über den Baubeschluss für C entscheidet nun der Rat.

Wie bei zahlreichen Bauprojekten bundesweit, machen sich auch bei diesem Großprojekt die sehr angespannte Marktlage sowie der Fachkräftemangel der Baubranche bemerkbar, was eine Fortschreibung des Kosten- und Terminplans erforderlich macht. Die Planungs- und Baukosten für die Errichtung der BAN waren 2015 mit einer ersten Kostenschätzung  (Vorplanungsphase) von 80,7 Millionen Euro beziffert. Diese Vorplanung wurde inzwischen konkretisiert und auf die aktuellen Werte fortgeschrieben. Dem Rat liegt nunmehr eine aktualisierte Kostenberechnung inclusive eines Risikozuschlages von 116,1 Millionen Euro vor.

Um in der jetzt anstehenden Bauphase möglichst viele Synergieeffekte generieren zu können, werden parallel zu den Bauarbeiten auch vorgezogene Instandhaltungsmaßnahmen in Höhe von 3,1 Millionen Euro durch die Gebäudewirtschaft finanziert. Ebenfalls aktualisiert wurde der Bauzeitenplan, der aufgrund der logistischen Abhängigkeiten zwischen allen drei Baufeldern sich insbesondere für das Baufeld C, die Generalinstandsetzung des Abendgymnasiums auswirkt.

Die Baufelder

Das Baufeld A, Hansaring 56, umfasst den 1898 errichteten gründerzeitlichen Altbau des Hansa-Gymnasiums. Das Hauptgebäude und ein Teil des Seitenflügels stehen unter Denkmalschutz. Der rückwärtig liegende Schulhof wurde durch einen dreigeschossigen Anbau an den Seitenflügel in den 1950er Jahren geschlossen. Im südöstlichen Teil des Grundstücks soll ein Erweiterungsbau errichtet werden. Der Anbau an den Seitenflügel aus den 1950er Jahren wurde zurückgebaut.

Das Baufeld B, Gereonswall 57 und Vogteistraße 19, besteht aus einem Ensemble mehrerer Baukörper. Am Gereonswall 57 liegen die denkmalgeschützte Freinet-Grundschule und der neu errichtete Erweiterungsbau, das neu errichtete Studienhaus, Kindertagesstätte sowie Realschule. In der Vogteistraße 19 entsteht ein Mensa- und Ateliergebäude. Auf dem Grundstück des Gereonswalls befanden sich zuvor das Hauptschulgebäude mit drei weiteren temporären Bauten sowie das ehemalige Gebäude für die Offene Ganztagsschule. Diese wurden abgebrochen.

Baufeld C umfasst die Generalinstandsetzung des Abendgymnasiums Gereonsmühlengasse.

„Domino-Effekt“ im Zeitplan zwischen den Feldern A, B und C

Verursacht durch die logistischen Abhängigkeiten aller drei Baufelder, gibt es eine Art „Domino-Effekt“, der im Baufeld C sehr deutlich wird:

  • Für das Abendgymnasium (Baufeld C) wurde die Planung Ende des Jahres 2015 aufgenommen. Die bauliche Umsetzung kann jedoch erst erfolgen, wenn die Maßnahmen im Baufeld A und B abgeschlossen sind. Denn erst ab diesem Zeitpunkt kann das ins Abendgymnasium ausgelagerte Hansa-Gymnasium in sein Gebäude zurückziehen. Danach kann das Abendgymnasium in die Gebäude des Hansa-Gymnasiums und der neuen Realschule ausgelagert werden.
  • Im Baufeld A war die gesamte Planung durch den zunächst beauftragen Planer unzureichend ausgearbeitet und kalkuliert worden. Als Konsequenz hat die Gebäudewirtschaft im Sinne des Fortschritts des Projekts den externen Objektplaner gewechselt. Der bereits eingetretene Baustillstand brachte dennoch den Zeitplan der Folgegewerke durcheinander. Der Rohbauunternehmer machte aufgrund dessen von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, aber ein neues Rohbauunternehmen konnte seit dem Sommer 2018 beauftragt werden, das seine Arbeit aufgenommen.

Die Verzögerungen im Baufeld A führen zu Mehrkosten insbesondere durch Bauzeitverschiebungen von zwei Jahren im Baufeld C.

Mit den vorliegenden Planungsständen gibt es jetzt für alle drei Baufelder deutlich genauere Kostenprognosen auf der Basis bereits angefallener sowie zu erwartender Kosten und Risiken. Mit dem Planungs- und Baufortschritt, der über neun Leistungsphasen verläuft, wird eine Kostenprognose für das Bauprojekt immer präziser. Der ungewisse, prognostische Anteil in der Kostenprognose, der noch in der Zukunft liegt, verringert sich gegenüber dem tatsächlichen, weil bereits verausgabten Kostenanteil, innerhalb der Gesamtsumme.

Inzwischen hat sich der Baupreisindex rasanter entwickelt als erwartet. Bei den vorangegangenen Beschlüssen in 2015 wurde eine Steigerung des Baupreisindexes vom statistischen Bundesamt in Höhe von durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr einkalkuliert. Dies entspricht einer Indexierung bis zum II. Quartal 2018 von gesamt 7,7 Prozent. Tatsächlich lag der Baupreisindex in diesem Zeitraum jedoch bei 10,9 Prozent. Es wird davon ausgegangen, dass der Baupreisindex weiter steigt.

Die Bausubstanz der Bestandsgebäude des Hansa-Gymnasiums, der Grundschule Gereonswall, sowie des Abendgymnasiums zeigte sich nach den ersten Eingriffen in die Gebäude schlechter als erwartet, was die Baukosten erhöht. Höhere Standards bei modernen Schullandschaften und damit auch mehr erforderliche Sachverständigenabnahmen machten eine Anpassung der Baunebenkosten von ursprünglich 29 Prozent auf nunmehr 32 Prozent erforderlich. Die enge Marktlage und der Fachkräftemangel führen zu keinen oder aber höheren Submissionsergebnissen. Bei Ausschreibungen gehen auf Grund der derzeit guten Auftragslage keine oder wenige Angebote zu deutlich höheren Angebotspreisen ein.

Der Zeitplan

Die Übergabe für das Baufeld A ist für das Jahr 2020 geplant. Die Objekte für das Baufeld B werden sukzessive im Jahr 2019 übergeben. In der Folge sieht der Zeitplan vor, das Baufeld C voraussichtlich 2023 übergeben werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: KNJ/Martina Uckermann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.