Eichenprozessionsspinner tritt jetzt auch in Köln auf

Eichenprozessionsspinner tritt jetzt auch in Köln auf

Kontakt mit der Raupe ruft schwere Gesundheitsschäden hervor

 

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgestellt, dass sieben Bäume westlich vom Fort VI im Äußeren Grüngürtel und vier weitere im Rodenkirchener Friedenswald vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Die Nachtfalterart kommt nach sehr langer Zeit zum ersten Mal in größerem Maße wieder in Köln vor. Der erste Befall betraf 2014 ein Privatgrundstück im Gewerbegebiet von Marsdorf. Im vergangenen Jahr trat die Raupe bei drei Eichen in einem wenig frequentierten Waldstück in Blumenberg auf. Zum dritten Mal wurde der Eichenprozessionsspinner im Mai in einem wiederum wenig frequentierten Bereich in der Nähe des Fühlinger Sees registriert. Hier hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen die Raupen mit einem Spezialstaubsauger beseitigt, der auch für die Aufnahme von Asbeststaub geeignet ist.

 

Mit dieser Methode gehen die Fachleute des Amtes gemeinsam mit einer Spezialfirma aktuell im Grüngürtel und im Friedenswald gegen den Schädling vor. Im Kölner Umland kommt der Eichenprozessionsspinner schon seit drei bis vier Jahren vor, insoweit war mit einer Ausbreitung nach Köln zu rechnen. Gravierende Probleme wie in Süddeutschland sind dennoch nicht zu erwarten, weil es hier sowohl in Parkanlagen als auch bei den Straßenbäumen nur wenige Eichen gibt (nur diese sind betroffen).

 

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners häutet sich bis zur Verpuppung sechsmal. Ab der dritten Häutung bildet sie zusätzlich zu ihren langen sichtbaren Haaren rund 600.000 nur 0,1 bis 0,25 Millimeter lange „Brennhaare“, die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Damit schützt sie sich vor Fressfeinden. Der Befall mit dem Eichenprozessionsspinner ist durch die Bildung von Gespinsten in der Krone oder an Astgabeln des Wirtsbaumes leicht zu erkennen. Auch die Anordnung der Tiere während ihrer „Prozessionen“ von den Gespinsten zu den Fraßstellen fällt sofort ins Auge. Die „Brennhaare“ bleiben nach dem Schlüpfen des Falters in den Gespinsten am Stamm. Der Kontakt mit ihnen führt zu starken Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut und Atemwegen. Zu den Begleiterscheinungen zählen Schwindelgefühl, Fieber und Müdigkeit. In jedem Fall sollten Betroffene einen Arzt konsultieren.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen saugt die Raupen ab, eine aufwändige Methode, die aber den Vorteil bietet, gegen Larven in jedem Entwicklungsstadium wirksam zu sein. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen bekämpft den Eichenprozessionsspinner auf städtischen Flächen. Tritt er auf Privatgrundstücken auf, ist der Eigentümer zur Beseitigung verpflichtet, wenn die Allgemeinheit gefährdet ist. Laien verwechseln den Eichenprozessionsspinner häufig mit der Gespinstmotte, die Gehölze völlig kahl frisst und sie komplett mit Netzen wie aus Gaze einspinnt. Diese Raupe ist jedoch für den Menschen völlig ungefährlich, zu den sicheren Unterscheidungsmerkmalen zählt, dass sie in der Regel nicht bei Eichen auftritt.

 

Quelle: Stadt Köln

 

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