Campino: „Helene Fischer ist ein Paralleluniversum“

Campino: „Helene Fischer ist ein Paralleluniversum“

 

In einem Interview spricht der Frontmann der Toten Hosen über den Schlagervergleich, den „Pipihumor“ von Jan Böhmermann sowie die anstehende Tournee.

 

Vor 35 Jahren startete Andreas Frege, besser bekannt als Campino, mit den Toten Hosen als Punkcombo. Songs wie „Tage wie diese“ werden heute auf Hochzeiten, Beerdigungen oder aber dem Oktoberfest gespielt. Von Sportlern werden sie als Hymne gewählt und von Helene Fischer als Schlager interpretiert. Der Frontmann der Kultband verrät in einem Interview (DB MOBIL, dem Magazin der Deutschen Bahn), warum er das entspannt sieht: „Wir wollen, dass die Fans die Refrains mitsingen können. Wenn man das als Schlager bezeichnet, ist das für mich in Ordnung.“ Trotzdem ist die Schlagerwelt von Helene Fischer für ihn weit weg: „Die ist ein so professionell betreutes Projekt. Dagegen kann keine normale Band ankommen. Dafür hast du aber auch ein Produkt, das nirgendwo aneckt, null unbequem ist. Ich finde legitim, was sie macht – aber es bleibt ein Paralleluniversum.“

 

Den Punkrocker beschäftigt vielmehr der Streit mit Jan Böhmermann. Weihnachten 2014 rief Campino mit der Band Aid für Hilfsprojekte in Afrika auf – der TV-Satiriker machte sich öffentlich darüber lustig. „Wegen Leuten wie ihm haben viele nicht gespendet.“, ärgert sich Campino noch heute. Böhmermann betreibe „zynischen Pipihumor“. „Wenn jemand ‚Ziegenficker‘ sagt und dann albern loslacht vor lauter Selbstbegeisterung, jetzt was ganz Schlimmes und Verbotenes gesagt zu haben… Das habe ich in der Analphase hinter mir gelassen.“

 

Zur beginnenden Festivalsaison und zu den anstehenden Konzerten der Toten Hosen äußerte sich der 54-Jährige ebenfalls im Interview. Auch in seinem Alter gilt für Campino: „Wir möchten immer noch die Band sein, die bei einem Festival abräumt, bei der das Publikum am meisten abgeht.“ Selbst wenn er heute nicht mehr auf Lichtmasten klettern würde. „Ich glaube, man muss immer das Hier und Jetzt mit auf die Bühne nehmen, also auch das Älterwerden.“, so der Düsseldorfer über sich selbst.

 

Fotografiert wurde Campino von seiner Exlebensgefährtin Gabriele Oestreich, die unter ihrem Künstlernamen GABO bekannt ist.

 

Text- und Bildquelle: TERRITORY / DB MOBIL Magazin Juni 2016

Bildrechte/Fotograf: ©GABO

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.