Museum Schnütgen bekam Zuwachs

Museum Schnütgen bekam Zuwachs

Skulptur stammt vom Meister des Königsportals der Kathedrale von Chartres

 

In der Sammlung mittelalterlicher Skulpturen des Museum Schnütgen gibt es ein neues Gesicht: Der kleine, aber feine männliche Kopf stammt von den Bildhauern des Königsportals der Kathedrale von Chartres. Dieses Portal gilt als Wiege der frühgotischen Skulptur, deren Einfluss sich vom Kronland um Paris schnell in ganz Europa ausbreitete. Auch an wenig später entstandenen Kölner Skulpturen im Museum Schnütgen ist dieser Einfluss erkennbar. Das macht die Neuerwerbung besonders interessant. Der Kopf mit elegantem Schnurrbart und markanten plastischen Formen ist ein wirkliches Meisterwerk und ein hervorragendes Zeugnis für den künstlerischen Ausstauch im Europa des 12. Jahrhunderts.

Sicherlich stammt der Kopf vom Portal einer Kirche der Ile-de-France und dort nicht von einer der für jene Zeit in Frankreich typischen Säulenstatuen, sondern von einer der vielen kleineren Figuren aus den Bogenläufen eines Portals, wie sie beispielhaft am Chartreser Königsportal bis heute erhalten sind. Exemplarisch kann man an ihm erkennen, was die Qualität des damals ganz neuen Stils ausmacht.

Bei einer öffentlichen Führung am Donnerstag, 23. Juli 2015, um 18 Uhr stellt Dr. Moritz Woelk, Direktor des Museum Schnütgen, die Neuerwerbung vor und erläutert ihre Bedeutung im Zusammenhang mit der bereits bestehenden Sammlung des Museums. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Abbildung:

Männlicher Kopf

Kalkstein

Werkstatt des Königsportals der Kathedrale von Chartres um 1150

10 x 8,5 x 11 Zentimeter

Köln, Museum Schnütgen, Inventar K 604

 

Text- und Bildquelle: Stadt Köln, Bildrechte/Fotograf: Rheinisches Bildarchiv Köln/Marion Mennicken

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