Graue Haare wohl keine Frage des Lebensstils – hier gibt es Tipps zum fließenden Übergang ins Naturgrau

Graue Haare wohl keine Frage des Lebensstils – hier gibt es Tipps zum fließenden Übergang ins Naturgrau

Zeigen sich auf dem Kopf früh erste graue Haare, muss das nicht an einem ungünstigen Lebenswandel liegen. „Mit dem Lebensstil hat das nicht unbedingt etwas zu tun“, erklärt der Hamburger Dermatologe Dr. Frank-Matthias Schaart im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Selbst die Rolle von Stress als möglicher Auslöser sei umstritten. „Niemand muss sich also Sorgen machen, wenn man mit 30 das erste graue Haar sieht – es sei denn, niemand in der Familie ist bisher früh ergraut.“

Möglicherweise spielt die Ausschaltung bestimmter Enzyme beim Ergrauen eine Rolle

In diesem Fall sollte man dem Mediziner zufolge einen Arzt aufsuchen. Denn wenn keine erbliche Veranlagung vorliege, könne hinter dem Prozess möglicherweise eine Schilddrüsenfehlfunktion stehen oder eine Krankheit, die oxidativen Stress auslöse, also eine ungünstige Veränderung des Stoffwechsels. Diese scheine der Auslöser für Ergrauen zu sein, „aber ganz sicher ist das nicht“, so Schaart. „Möglicherweise spielt die Ausschaltung bestimmter Enzyme eine Rolle.“ Doch auch dazu gebe es viele offene Fragen. Wer mit Färben aufhören möchte, erfährt hier ein paar Tipps.

Graue Haare sind trendy.

Graues Haar liegt schon eine Weile im Trend. Vor rund zwei Jahren war es der sogenannte Granny-Look, der den Silberschöpfen zum Image-Wandel verhalf. Als neues Blond wurde „Omas Haar“ damals gefeiert. Und plötzlich ergrauten sogar junge Mädchen, einfach, weil es chic war. „Solche Trends haben in der Wahrnehmung der Haarfarbe etwas verändert: Es gibt heute eine viel größere Akzeptanz für graues Haar als noch vor zehn Jahren“, sagt Starfriseur Manfred Kraft aus München.

Wie entsteht das Grau?

Eigentlich wird das einzelne Haar gar nicht grau, sondern weiß bzw. farblos. Erst wenn es sich mit den übrigen, noch farbigen Haaren mischt, entsteht ein grauer Gesamteindruck. Mit den Jahren verlieren die Zellen in den Haarwurzeln die Fähigkeit, Farbpigmente oder auch Melanine zu produzieren. Die Anzahl der weißen Haare und auch der Zeitpunkt des Ergrauens scheinen genetisch bedingt zu sein – das kann schon Mitte 20 passieren oder erst in sehr hohem Alter. Auch die Graunuancen sind unterschiedlich so wie die ursprünglichen Haarfarben.

Wie gelingt der Übergang zu Naturgrau?

Wer sich dazu entschließt, seinen natürlichen Grauton herauswachsen zu lassen, braucht ein bisschen Geduld. „Das Rauswachsenlassen ist tatsächlich der einzige Weg, aber den kann man angenehmer gestalten“, sagen Patrice Hess und Maximilian Ufertinger von Puro-Friseure in München. „Färbt man einzelne Strähnchen, kann man den harten Ansatz vermeiden.“ Idealerweise bespricht man die ersten Schritte mit dem Friseur, denn gerade beim Übergang ist die Nuance wichtig. „Besonders bei Blond sollte das Grau eine schöne gleichmäßige Farbe werden“, sagt Manfred Kraft. „Das schafft man mit Strähnen im ursprünglichen Ton beziehungsweise hellen, fast weißen Strähnchen, die Licht ins Haar bringen. Wichtig: Grau sieht nur mit dem richtigen Schnitt gut aus. Das kann der klassische Bob sein, aber auch ein Kurzhaarschnitt.“ Ist der Übergang erst mal geschafft, spart man Färbezeit, lebt gesünder (keine Chemie im Haar) und wirkt vor allem viel weicher und authentischer.

Was ist die beste Pflege für graue Haare?

„Graue Haare, die stumpf sind und Spliss haben, sehen ungepflegt aus“, sagt Manfred Kraft. Weil die Struktur poröser ist, sollte man dem Haar regelmäßig eine kräftigende Intensivkur, etwa mit dem Vitamin Biotin, gönnen und die Spitzen häufiger schneiden. „Hilfreich sind auch Glanz-Finish-Sprays“, weiß Kraft. Ein Lichtschutzspray verhindert, dass UV-Strahlen die Schuppenschicht aufrauen. Gegen gelbliche Verfärbungen hilft ein leicht blaustichiges Shampoo bzw. Kur. Und gegen das „Ich bin ein bisschen blass“-Gefühl empfiehlt Patrice Hess neues Make-up: „Es macht Sinn, Augen und Lippen zu betonen.“ Eigentlich der perfekte Anlass, sich mal wieder quer durch die Lippenstiftfarben zu probieren. Mehr zu diesem Thema erfährt man auch in der aktuellen „Apotheken Umschau“.

 

 

 

 

Quelle: Apotheken Umschau/ Donna-Magazin, Archivbilder

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