Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 – Bauarbeiten zum Schienenausbau bis in den Ortsteil Mengenich gestartet

Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 – Bauarbeiten zum Schienenausbau bis in den Ortsteil Mengenich gestartet

Am 6. Februar 2018 beginnen in Köln-Bocklemünd/Mengenich die Hauptarbeiten für die Verlängerung der Stadtbahnstrecke für die Linie 3. Symbolisch erfolgt dies mit einem ersten Spatenstich auf der Baustellenfläche am Schumacherring, Höhe Hausnummer 49, wo die neue Endhaltestelle entstehen wird. Die Linie 3 führt künftig über die jetzige Endhaltestelle Mengenich Ollenhauerring hinaus entlang der Militärringstraße bis in den Ortsteil Mengenich.

 

Vorgeschichte – Langwieriger Entscheidungsprozess

Die Planung in den 1960er Jahren sah eine Stadtbahnlinie entlang des Ollenhauerrings vor. Dieser Bereich wurde im Bebauungsplan für eine künftige Realisierung freigehalten. In den 90er Jahren wurde diese Variante nach Widerstand von Seiten der Bürgerschaft und der Politik verworfen und eine Trassenführung parallel zur Militärringstraße mit einer unterirdischen Endhaltestelle im Görlinger Zentrum geplant. Baurecht für diese Variante wurde durch ein Planfeststellungsverfahren im Jahr 1995 hergestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich dann allerdings gegen eine unterirdische Lösung zur Anbindung des Görlinger Zentrums ausgesprochen und die Stadt um Neuplanungen gebeten. Die Stadt hat daraufhin in den Jahren 1995 und 1996 oberirdische Varianten untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl die unterirdische Anbindung als auch eine oberirdische Variante mit einer Endhaltestelle in Höhe des Schumacherrings den bestmöglichen Nutzen bringen. Die beiden Varianten verlaufen bis in Höhe Ollenhauerring auf identischer Trasse.

 

Da kurzfristig nicht geklärt werden konnte, ob eine unterirdische Lösung trotz der unbestritten hohen Kosten möglich ist, wurde in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln entschieden, eine erste Baustufe zu realisieren: Diese verlief von der damaligen Endhaltestelle Bocklemünd bis zum Ollenhauerring. Die Wendeanlage der Stadtbahn wurde – dem geplanten Trassenverlauf folgend – bereits nördlich des Ollenhauerrings angelegt. Diese Streckenführung hat im Jahr 2002 ihren Betrieb aufgenommen.

 

Die weiteren Planungen für eine unterirdische Weiterführung der Stadtbahn machten die hohen Kosten für dieses Projekt deutlich. Dass es kein ausreichendes Kosten-NutzenVerhältnis gab, sahen auch die potenziellen Zuschussgeber. Der Rat der Stadt Köln beauftragte daraufhin im Jahr 2006 die Verwaltung, mehrere Varianten für eine oberirdische Weiterführung von der jetzigen Endhaltestelle Mengenich Ollenhauerring bis zum Görlinger Zentrum zu planen. Dabei sollten Varianten mit Anbindungen beziehungsweise Endhaltestellen im Bereich Tollerstraße, Schumacherring und Buschweg untersucht werden. Alle untersuchten Varianten wiesen sowohl Vor- als auch Nachteile auf, so dass keine Variante uneingeschränkt zu bevorzugen war. Aus diesem Grund hat die Verwaltung eine intensive Bürgerbeteiligung durchgeführt, um die Anwohner und späteren Nutzer in die Diskussion einzubinden.

 

Nach einer ausführlichen Analyse des Bürgervotums ging die Variante „Schumacherring – Schule“ mit rund 29,5 Prozent der Stimmen als erstplatzierte Lösung hervor. Bei dieser Variante im Radius von 300 Metern zur Haltestelle werden rund 2.100 Einwohner erreicht. Im Radius von 600 Metern erhöht sich das Einzugsgebiet auf rund 5.800 Einwohner. Der Rat hat die Verwaltung im September 2009 mit der weiteren Planung sowie der Beantragung der Genehmigungen und der Fördergelder beauftragt. Nach Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses im Dezember 2015 hat die Stadt Anfang 2016 mit den Baumfällungen begonnen, um die Stadtbahntrasse frei zu räumen. In 2016 hat die Rheinenergie AG an einigen Stellen Arbeiten an vorhandenen und an neu verlegten Wasserleitungen vorgenommen. Aufgrund von notwendig gewordenen Umplanungen konnten dann nach europaweiter Ausschreibung in 2017 im Herbst 2017 die Aufträge vergeben werden.

 

Streckenführung für die neue Linie 3

Die Weiterführung der Strecke soll ab der bestehenden Haltestelle Ollenhauerring zuerst in nördlicher Richtung parallel zur Militärringstraße erfolgen. Die Trasse schwenkt nach etwa 350 Metern in einem Bogen nach Westen ab. Die zukünftige Endhaltestelle wird in Höhe des Schumacherrings 49 zwischen der Grundschule und der angrenzender Wohnbebauung errichtet.

 

Autoverkehr kaum betroffen

Der Bau der Verlängerung und der Endhaltestelle erfordert nur geringe Anpassungen am Knotenpunkt Militärringstraße/Ollenhauerring sowie im Bereich des Wendehammers Schumacherring. Es ist vorgesehen, das Vorhaben ohne Einschränkung des Individualverkehrs durchzuführen. Die Baustellenzufahrten erfolgen von der Militärringstraße und vom Ollenhauerring aus.

 

Bahnsteige barrierefrei erreichbar

Durch eine Absenkung der Gleise im Bereich der Endhaltestelle wird ein ebenerdiger Einstieg auf Gehwegniveau möglich. Die neue Endhaltestelle erhält für einen barrierefreien Einstieg einen 90 Zentimeter hohen und 50 Meter langen Bahnsteig. Beide Seiten werden mit Leiteinrichtungen für Sehbehinderte nach aktuellem Standard ausgestattet. Details zur Ausführung werden vor Baubeginn mit den zuständigen Verbänden abgestimmt. Das neue Fahrgastinformationssystem wird zusätzlich über eine akustische Ansage verfügen.

 

Straßenflächen, Geh- und Radweg

Ein Umbau des Knotenpunkts Militärringstraße/Ollenhauerring/Hugo-Eckener Straße ist durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie nicht erforderlich. In diesem Bereich wird lediglich die vorhandene Gleisquerung für Fußgänger an die neue Stadtbahntrasse angepasst. Auch an der künftigen Endhaltestelle bleibt der Wendehammer an der Schule (Görlinger Zentrum/Schumacherring) unverändert. Entlang der Militärringstraße verlaufen derzeit zwei Geh- und Radwege. Einer der beiden Wege wird zurückgebaut, jedoch nicht bepflanzt, da er für die Holzwirtschaft erhalten und befahrbar bleiben muss. Der zweite Geh- und Radweg wird auf einer Länge von etwa 300 Metern angepasst. Das heißt, zwischen dem kombinierten Geh- und Radweg sowie dem Gleisbereich ist auf der gesamten Länge ein Geländer vorgesehen. Im Bereich des Gleisbogens wird ein Z-Überweg angeordnet, der mit einer „Rot-DunkelSchaltung“ gesichert wird.

 

Ausgleichspflanzungen 

Durch den Ausbau der Stadtbahnstrecke werden Vegetations- und Bodenflächen in einer Größe von etwa 0,5 Hektar (5.000 Quadratmeter) versiegelt. Dabei handelt es sich überwiegend um Laubwald und Straßen begleitende Gehölze als Teil des Kölner Grüngürtels, der hier im Randbereich des Landschaftsschutzgebietes „Äußerer Grüngürtel Nüssenberger Busch bis Müngersdorf“ liegt. Die mit dem Bauvorhaben verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft werden durch Ausgleichspflanzungen in unmittelbarere Nähe (entlang der Stadtbahnlinie) und abseits der Trasse kompensiert.

 

Schallschutzmaßnahmen erforderlich

Für das Vorhaben wurde eine erschütterungs- und schalltechnische Untersuchung erstellt. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Grenzwerte nicht für alle Gebäude eingehalten werden können. Die nächtlichen Überschreitungen sind bei der Schule nicht weiter relevant, da keine Schlafräume betroffen sind. In einem Gebäudetrakt wird allerdings auch der Tagesgrenzwert um 1 dB(A) überschritten, so dass hier Schallschutzmaßnahmen erforderlich werden, ebenso am so genannten Waldhaus. Die Wohnhäuser Schumacherring 21-35 sowie 37-41 liegen direkt an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie. Dort werden die Nachtgrenzwerte an den der Trasse zugewandten Gebäudefronten nicht eingehalten. Für die dort liegenden Schlafzimmer sind Schallschutzmaßnahmen erforderlich.

 

Bauzeit und Finanzierung

Für die Realisierung des Projekts wird mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten gerechnet. Die geplante Fertigstellung ist für September 2018 vorgesehen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 12,0 Millionen Euro. Der „Zweckverband Nahverkehr Rheinland“ fördert das Vorhaben nach den Vorschriften des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr Nordrhein-Westfalen mit einem Fördersatz von 90 Prozent. Die Höhe der Zuwendung beträgt (ausgehend von rund 8,9 Millionen Euro zuwendungsfähiger Kosten) rund 8,0 Millionen Euro.

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: KNJ/Martina Uckermann

 

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