Pilotstrecke für den Radverkehr auf den Ringen

Pilotstrecke für den Radverkehr auf den Ringen

Die Stadt Köln hat am 22. Mai 2018 damit begonnen, einen Teilabschnitt des Habsburgerrings und des Hohenstaufenrings im Stadtteil Köln-Neustadt/Süd radverkehrsfreundlich umzugestalten. Zwischen Zülpicher Platz und Lindenstraße wird – zunächst als Pilotprojekt – in beiden Richtungen jeweils eine Autospur in einen zweieinhalb Meter breiten Radfahrstreifen umgewandelt. Dieser rund 450 Meter lange Abschnitt wurde von der Stadt gemeinsam mit der Initiative „#RingFrei“ und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ausgewählt.

Für die Einrichtung der Pilotstrecke wird eine Erneuerung der Ampelanlagen an den Kreuzungen Lindenstraße/Schafenstraße und Beethovenstraße/Schaevenstraße erforderlich. Zu den aufwändigen Arbeiten gehört es zunächst, einige Steuergeräte, Signalmaste, Signalgeber, Kabeltrassen und Verkabelungen auszutauschen. Außerdem werden die Anlagen mit taktiler und akustischer Signalisierung für Blinde und Sehbehinderte sowie mit neuen Signalprogrammen ausgestattet, die die Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer berücksichtigen. Auch die Beschilderung muss angepasst und eine neue Fahrbahnmarkierung vorgenommen werden. Die Gesamtkosten für den Umbau betragen rund 580.000 Euro.

Um die Auswirkungen auf den fließenden Verkehr möglichst gering zu halten, erfolgen die Arbeiten nur in der verkehrsschwachen Zeit zwischen 9 und 15 Uhr. Nach aktuellem Stand ist mit dem Abschluss der Arbeiten auf den Ringen bis voraussichtlich Ende September 2018 zu rechnen. Nach Fertigstellung der Pilotstrecke wird die Stadt rund sechs Monate lang beobachten, wie Autofahrer und Radfahrer die veränderte Verkehrsführung und die weiteren Änderungen annehmen. Die Erfahrungen sollen Aufschluss darüber geben, wie künftige Planungen für die Radverkehrsführung im Kernbereich der Ringe aussehen können.

Mit der Einführung der Pilotstrecke ergeben sich folgende Veränderungen:

–        Statt zwei Spuren für Autofahrer eine Fahrspur und ein Radfahrstreifen.

–        Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern.

–        Zwei neue Ampelanlagen mit gestaffelten Haltlinien für den Radverkehr entlang der Ringe, Aufstellflächen in den einmündenden Straßen und „indirekte“ Linksabbieger für den Radverkehr.

–        Der Radverkehr wird auf den kreuzenden Hauptachsen von Zülpicher Straße/Jahnstraße und Schaafenstraße/Lindenstraße auf der Fahrbahn geführt.

–        Öffnung der Einbahnstraße Schaevenstraße für Radfahrende in Gegenrichtung mit

„Grünpfeil-Regelung“ für abbiegende Radfahrende nach rechts.

–        Wegfall des Kurzzeitparkens in den Parktaschen. Dadurch entstehen ausreichende Ladezonen, so dass die Radfahrstreifen möglichst durchgehend frei bleiben. Für Kurzzeitparker gibt es ausreichende Kapazitäten in den umliegenden Parkhäusern.

–        Von den aktuell 48 Kurzzeitparkplätzen auf den Ringen stehen künftig 26 Flächen für das Laden und Liefern (tagsüber von 8 bis 19 Uhr) und als Bewohnerparkplätze (abends und nachts von 19 bis 8 Uhr) zur Verfügung.

–        22 Kurzzeitparkplätze werden zu Flächen für das Fahrradparken umgewandelt.

Dadurch stehen in diesem Bereich künftig 234 Fahrradstellplätze zur Verfügung.

–        Die bisher auf den Gehwegen vorhandenen 162 Fahrradabstellplätze werden abgebaut, um dort zusätzliche Flächen für mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger zu schaffen.

 

Zum Hintergrund:

Mit dem im Juni 2016 vom Verkehrsausschuss beschlossenen Radverkehrskonzept Innenstadt hat die Verwaltung den Auftrag erhalten, auf den nördlichen und südlichen Kölner Ringen mit Markierungsmaßnahmen eine Radverkehrsführung herzustellen.

 

Parallel dazu hat der Verkehrsausschuss die Verwaltung beauftragt, die Forderungen des „10-Punkte-Plans“ der Initiative „#RingFrei“ zur Radverkehrsführung an den Kölner Ringen zu überprüfen und bei den zukünftigen Planungen zu berücksichtigen. In der Folge gab es mit der Initiative „#RingFrei“ und dem ADFC mehrere Arbeitstreffen, bei denen Einzelheiten besprochen, konkretisiert und vereinbart wurden. Im vergangenen Jahr hat die Verwaltung dem Verkehrsausschuss ein Gesamtkonzept für die Entwicklung des Radverkehrs an den Kölner Ringen vorgelegt. Dieses wurde am 5. Dezember 2017 vom Ausschuss beschlossen.

 

Die Verwaltung ist derzeit mit insgesamt fünf „Arbeitspaketen“ für die Ringe befasst:

–        Durchgängig Tempo 30 (Arbeiten erfolgen parallel zu den jeweiligen Abschnitten),

–        Pilotstrecke (Zülpicher Platz bis Lindenstraße),

–        Ringe Süd (Rhein bis Barbarossaplatz),

–        Ringe Nord (Theodor-Heuss-Ring),

–        Verkehrsuntersuchung Kernbereich (Lindenstraße bis Ebertplatz).

Die Umsetzung der Tempo-30-Bereiche läuft bereits. Mit den Umbauten für die Pilotstrecke wurde am 22. Mai 2018 begonnen. Die Vorbereitungen für die Projekte Ringe Süd und Ringe Nord sollen voraussichtlich im Sommer 2018 starten. Die Verkehrsuntersuchung läuft bereits, mit Ergebnissen ist bis zum Ende 2018 zu rechnen.

 

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild

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