Die neue Macht des Putzens – Neue Wertschätzung für eine oft verkannte Tätigkeit

Die neue Macht des Putzens – Neue Wertschätzung für eine oft verkannte Tätigkeit

Heutzutage ist Putzen weitaus mehr als nur die lästige Notwendigkeit, das Zuhause von Schmutz zu befreien. Zumindest zeigt dies eine aktuelle tiefenpsychologisch-repräsentative Studie namens „Die neue Macht des Putzens“, die der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW) veröffentlichte. Von rheingold salon durchgeführt, erklärt die IKW-Studie zur Psychologie der Haushaltspflege, was Putzen, Wischen & Co für die Menschen wirklich bedeuten kann.

 

Wer putzt, entfernt Schmutz und Staub von Oberflächen und sorgt wieder für Ordnung in den eigenen vier Wänden. Doch über das anscheinend notwendige Übel, das Zuhause wieder auf Vordermann zu bringen, spielen psychologische Motive ebenfalls eine große Rolle. „Die neue Macht des Putzens“, die IKW-Studie zur Psychologie der Haushaltspflege, zeigt, welche Bedeutung das Wischen, Saugen und Aufräumen heute hat, und identifiziert fünf unterschiedliche Putztypen.

 

Die Bedeutung des Putzens

 

„Das Herstellen von Sauberkeit ist heute so wichtig wie lange nicht mehr.“, erklärt Jens Lönneker, Studienleiter und Geschäftsführer von rheingold salon. „Putzen hilft den Menschen, den Alltag besser zu bewältigen und einem Gefühl von Ohnmacht und Überforderung entgegen zu treten. Wir sehen eine neue Macht des Putzens.“

 

Viele Menschen fühlen sich heute in ihrem Alltag überfordert. Die Welt um sie herum erscheint ihnen unsicher und unübersichtlich. Die Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten im privaten sowie im beruflichen Leben übt einen zusätzlichen Druck auf Menschen aus, etwas zu verpassen oder die falsche Entscheidung zu treffen. Die Sehnsucht nach einem sicheren „Hafen“ wird daher immer größer: 80 Prozent der Studienteilnehmer sagen, dass ihr Zuhause für sie in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Mit dem Rückzug in die eigenen vier Wände wird auch die Tätigkeit des Putzens aufgewertet: Durch Putzen und Aufräumen schaffen sich die Menschen eine eigene vertraute Umgebung, die sie außerhalb ihres Heims vermissen. Ein sauberer und geordneter Wohnraum gibt 55 Prozent der Befragten das Gefühl, den Alltag besser in den Griff zu bekommen. Daher hat Putzen deutlich an Bedeutung gewonnen und erfährt eine ganz neue Wertschätzung.

 

Wie war es früher?

 

In den Nachkriegsjahren war es selbstverständlich, dass eine Wohnung einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck vermittelte. In den darauf folgenden Jahrzehnten setzte sich dann jedoch eine gewisse Lässigkeit im Umgang mit Schmutz und Unordnung durch. Putzen wurde mehr zur Nebensache.

 

Wie ist es heute?

 

Nach wie vor soll Putzen möglichst wenig Zeit und Raum einnehmen. Die zugrunde liegenden Motive haben sich jedoch geändert: Putzen ist nicht nur ein wirksames Mittel, um die Wohnung in Ordnung zu halten, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag, das eigene Seelenleben zu stabilisieren. Somit ist es nicht überraschend, dass die Tätigkeit anders wahrgenommen wird als noch in der Vergangenheit. Der Aussage „Ich mache Ordnung und putze, also habe ich auch das Sagen in unserem Haushalt“ stimmen 49 Prozent der Befragten zu. Wer putzt, gewinnt dementsprechend an Bedeutung und „Macht“.

 

Die Putztypen

 

Von der individuellen Einstellung und Herangehensweise an das Thema Putzen unabhängig, zeigen sich in den Ergebnissen der Studie fünf verschiedene Putztypen, die sehr unterschiedlich mit dieser Macht umgehen.

 

Die Perfektionisten lieben es gerne vollkommen sauber und ordentlich. Sofort nach der Entstehung muss jeglicher Schmutz entfernt werden. Menschen dieses Typs versuchen durch besonders perfektionistisches Putzen, sich selbst und das Leben zu kontrollieren. Zu diesen zählen sich 35 Prozent der Befragten.

 

Die Kaschierer bevorzugen Ordnung an den Stellen, die für alle sichtbar sind. Zwar müssen offensichtliche Unordnung und Dreck beseitigt werden, aber der Putzaufwand sollte möglichst gering gehalten werden. Durch ihr Putzverhalten demonstrieren die Kaschierer, dass sie ihr Leben im Griff haben. Dies trifft auf 24 Prozent der Studienteilnehmer zu.

 

Nach Ansicht der Herrscher putzt niemand so gut wie sie oder er selbst, auch wenn das Putzen an andere delegiert wird. Ihre Auffassung von Sauberkeit ist die einzige, die sie gelten lassen. 17 Prozent aller Befragten ähneln dem Putztyp der Herrscher.

 

Dem Thema Putzen widmen sich die Lebenskünstler mit großer Gelassenheit. Sie legen für sich ganz individuell fest, was sauber ist. Dass dieser Putztyp häufig auch ganz eigene Ordnungssysteme entwickelt, passt dazu. Lebenskünstler sind 15 Prozent der Studienteilnehmer.

 

Menschen, die dem Putztyp Kontroletti ähneln, könnten auch als heimliche Herrscher bezeichnet werden. Auch sie glauben, die einzigen zu sein, die wissen, wie richtig geputzt wird. Anders als der Herrscher präsentiert sich dieser Putztyp nach außen jedoch als Diener, der die ganze Putzarbeit übernimmt. Die Kontrolle über Putzen und Sauberkeit behält aber auch sie oder er allein. 10 Prozent der befragten Männer und Frauen gehören dem Typ Kontroletti an.

Ergebnisse im Vergleich
Interessant sind die aktuellen Ergebnisse auch im Rückblick auf eine 1996 vom IKW durchgeführten Studie zum Thema Putzen. Deutlich zugelegt hat im Vergleich zu damals zum Beispiel die Zahl derer, die der Aussage zustimmen: „Ich lege Wert darauf, dass immer alles pieksauber ist“. Demgegenüber hat die Aussage „Hausarbeit ist ein notwendiges Übel. Man sollte sie schnell hinter sich bringen.“ nur geringfügig zugenommen. Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim IKW, sagt zu den Ergebnissen von damals und heute: „Wir wollten erfahren, was sich in den vergangenen 20 Jahren an den Einstellungen gegenüber Putzen und Haushaltspflege verändert hat. Es ist bemerkenswert, dass das Putzen inzwischen nicht mehr ausschließlich dem eigentlichen Zweck dient, also dem Saubermachen, Putzen gibt darüber hinaus vielen Menschen Sicherheit und hilft ihnen, den Alltag besser zu bewältigen.“

Zur aktuellen Studie
Im Rahmen der qualitativen Befragungen wurden 36 Personen in Gruppendiskussionen und Einzel-Tiefeninterviews in Köln, Stuttgart und Rostock im Alter zwischen 25 und 55 Jahren befragt. Die repräsentative quantitative Befragung wurde mit ca. 1.000 Personen ab 18 Jahren in einem Online-Panel durchgeführt.

 

Quelle: Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW)

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