BERLINALE – großes Staraufgebot und die Verleihung der Bären

BERLINALE – großes Staraufgebot und die Verleihung der Bären

Man hätte es ihm eigentlich nicht zugetraut. Keanu Reeves interviewt in der Dokumentation „Side by Side“ einige der besten Regisseure der Welt. Der sonst so introvertierte Hollywood-Star ist allerdings mit Abstand einer der besten Zeitzeugen für den digitalen Wandel in der Filmindustrie. Schließlich finden sich in seiner Filmographie als Schauspieler einige Meilensteine der Virtualisierung. Er spielte den Computerfachmann „Johnny Mnemonic“ und er war „Neo“ in den „Matrix“-Filmen der Wachowski-Brüder. Irgendwann wurde es Keanu Reeves klar, dass etwas grundlegend anders wird. Reeves sagt dazu: „Es war im Herbst 2010, als mir durch den Kopf schoss: Oh, mein Gott, Film ist tot. Film wird verschwinden.“ Keanu Reeves übernahm eine ungewohnte Rolle  –  er ist plötzlich der, der Fragen stellt in der Dokumentation „Side by Side“ von Christopher Kenneally. Er muss von James Cameron erfahren, dass von dem Dschungel in „Avatar“ absolut nichts wirklich existiert hat, und er will von Martin Scorsese wissen, ob die digitalen Formate mit Realitätsverlust einhergehen. Reeves ist überzeugt: „Da steckt eine Menge Philosophie dahinter, nicht wahr?“ Dann wird er nachdenklich, und fügt hinzu: „Filmemachen gibt dir immer etwas zu kämpfen. Warum ist es so schwierig? Das Leben ist kompliziert.“ Er muss es wissen, denn jeder der Keanu nur annähernd kennt, der weiß, dass er alles andere als Computeraffin ist. Er wird sich wohl umstellen müssen – im Zeitalter der Digitalisierung.

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Ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis wurde die Hollywood- Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Meryl Streep. Die diesjährige Berlinale ist eine Hommage an die Ausnahmekünstlerin Meryl Streep. Am 14. Februar 2012 wurde sie anlässlich der Vorstellung ihres jüngsten Kinofilms „Die Eiserne Lady mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Meryl Streep wirkte in mehr als 40 Filmen mit und gilt als eine der talentiertesten und vielseitigsten Schauspielerinnen weltweit. Sie erhielt zahllose Preise und Nominierungen, inklusive ihrer beispiellosen 17 Oscarnominierungen. Zweimal gewann sie den begehrten Preis. Insgesamt acht Mal wurde sie mit dem Golden Globe ausgezeichnet, weitere 18 Mal erhielt sie eine Nominierung. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick erklärt begeistert: „Wir freuen uns, einen Weltstar und eine so außergewöhnliche Künstlerin wie Meryl Streep mit dem Goldenen Ehrenbären auszeichnen zu dürfen. Ihr Talent, das mit Leichtigkeit zwischen dramatischen und komödiantischen Rollen wechselt, hat vielfältige Facetten.“

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Den Höhepunkt der Berlinale, die Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären, überträgt 3sat am Samstag, den 18. Februar 2012, live ab 19.00 Uhr in seinem Programm. Im Rahmen der von Anke Engelke moderierten Abschlussgala im Berlinale Palast werden neben dem Goldenen und den Silbernen Bären der Alfred-Bauer-Preis und der Preis für den „Besten Erstlingsfilm“ (Best First Feature Award) verliehen. Im 3sat-Interview verriet Anke Engelke, dass sie sich zwar immer gründlich auf ihre Moderationen vorbereite, aber erst „in den ersten Sekunden, quasi während meines Stöckelganges von hinten zur Bühnenmitte, muss ich verstehen, was das Publikum gen Bühne sendet – und dann läuft’s von selbst.“ Im Anschluss an die Verleihung kommentiert „Kulturzeit“-Moderatorin Cécile Schortmann ab zirka 20.00 Uhr gemeinsam mit Katja Nicodemus, Filmkritikerin „Die Zeit“, die Entscheidungen der Berlinale-Jury. Frisch ausgezeichnete Schauspieler und Regisseure kommen zum Interview live in die Sendung. Thema werden auch Berlinale-Highlights jenseits des Wettbewerbs sein wie etwa die serbische Komödie „Parada“ oder der französische Zeichentrickfilm „Zarafa“.

Text – und Bildquelle: Getty Images/Berlinale

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