Ballenzeh, Knick-Senkfuß und Co.: Was tun bei Fußfehlstellungen?

Ballenzeh, Knick-Senkfuß und Co.: Was tun bei Fußfehlstellungen?

Auf Arbeit, beim Sport, in der Freizeit – die Füße stecken den ganzen Tag in den Schuhen. Und häufig sind diese zu eng oder zu klein. Wer dauerhaft zum falschen Schuhwerk greift, leidet früher oder später unter Fußfehlstellungen. Doch was lässt sich tun, wenn es bereits so weit ist?

Wie entstehen Fußfehlstellungen?

Es existiert eine Vielzahl verschiedener Fußfehlstellungen – die häufigste ist der Hallux valgus, auch als Ballenzeh bekannt. Die Neigung zu dieser und weiteren Fehlstellungen kann angeboren sein, doch sie entsteht in der Regel erst durch eine über längere Zeit andauernde Fehlbelastung. Der Hallux valgus beispielsweise wird durch das Tragen zu enger und/oder zu hoher Schuhe besonders begünstigt, da der Vorfuß durch diese besonders belastet und der große Zeh näher an die anderen Zehen herangedrückt wird. Da gerade viele Frauen gerne sehr enge Schuhe mit Absätzen tragen, sind sie am häufigsten von Hallux valgus betroffen. Der Ballenzeh kann überdies eine Folge einer anderen Fußfehlstellung sein – bei einem sogenannten Spreizfuß ist etwa das Quergewölbe des Fußes derart abgeflacht, dass der Vorfußbereich stärker als normal belastet wird und sich daraus ein Hallux valgus entwickelt. Weitere verbreitete Fußdeformierungen sind unter anderem

  • der Knick-Senkfuß, der durch eine schwache Fußmuskulatur bedingt ist.
  • der Plattfuß, der entweder angeboren ist oder durch eine zu schwache Muskel- und Bänderfunktion verursacht wird. Häufige Ursachen für ihn sind z. B. Übergewicht oder eine Bindegewebsschwäche.
  • der Hohlfuß, der in den meisten Fällen angeboren ist – es kommen aber auch Lähmungen und Nervenschäden der Fußmuskeln als mögliche Ursachen infrage.

Diese Tipps verschaffen Erleichterung

Je nach Ausprägung und Art einer vorliegenden Fehlstellung sieht eine mögliche Linderung der Problematik ganz unterschiedlich aus. Spreizfüße können sehr unangenehm und schmerzhaft sein – die Schmerzen lassen sich aber durch individuell angepasste Einlagen lindern. Generell gilt: Bequeme und weite Schuhe lassen dem Fuß den nötigen Freiraum. Dies gilt auch bei einem Hallux valgus, bei dem der Vorfuß besonders in die Breite geht und deshalb an dieser Stelle auch besonders viel Platz im Schuh benötigt. Normales Schuhwerk ist für Betroffene meist zu eng geschnitten. Damen, die einen Ballenzeh haben, finden beispielsweise bei Avena spezielle Hallux-Schuhe, die auch nach modischen Maßgaben überzeugen.

Der Knick-Senkfuß entsteht häufig infolge einer sehr bewegungsarmen Lebensweise. Ihm lässt sich folglich mit mehr Bewegung gut entgegenwirken. Auch häufigeres Barfußlaufen auf weichen und unebenen Böden hilft. Ein Orthopäde kann außerdem individuelle Tipps für Übungen geben, welche die Fußmuskulatur stärken – ebenfalls kann er speziell angepasste orthopädische Einlagen für die Schuhe verschreiben.

Regelmäßiger Sport und orthopädische Einlagen helfen auch bei nicht erblich bedingten Plattfüßen, da durch die Bewegung die Grundspannung des Fußes erhöht wird – auf Dauer hebt sich somit im besten Fall auch das Fußgewölbe wieder an. Ist der Plattfuß dagegen angeboren, erzielt in der Regel nur eine Operation einen größeren Erfolg.

Der Hohlfuß zeichnet sich durch einen erhöhten Fußrücken aus. Der Schweregrad des Hohlfußes wird durch Röntgenaufnahmen ermittelt und daraufhin entschieden, wie dem Hohlfuß entgegenzuwirken ist. Bei leichten Fällen helfen Einlagen, auch eine Nachtschiene hilft– diese fixiert und stabilisiert den Fuß über Nacht. Ist die Entwicklung eines Hohlfußes bereits fortgeschritten, werden eine physiotherapeutische Behandlung und mitunter auch ein operativer Eingriff nötig.

 

 

 

 

 

 

Quelle: Media World, Bildrechte: Flickr Feet. Caitlin Regan CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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